Französiche Woche

Herzlich willkommen zu unserer Französisch-Woche!


Mittwoch 15.05.2019: Findet die Antwort zu unserer Frage und gewinnt eins von drei Exemplaren von "Deux aveux pour un meurtre".

 

Unsere Leseprobe



Montag 13.05.2019: Heute stellen wir euch den Autor Marc Blancher vor.

Marc Blancher


Wer sind die Autoren hinter unseren Lektüren? Einen davon wollen wir euch heute etwas näher vorstellen. Marc Blancher wuchs in Frankreich mit Comics und Krimis auf. Jetzt lebt er in Deutschland und schreibt Krimis und Comics in seiner Muttersprache ... und erforscht auch die beiden Genres im Rahmen seiner Tätigkeit an der Universität. Wir haben ihm einige Fragen zu seinem Leben in Deutschland und zu seiner Autorentätigkeit beim Circon Verlag gestellt.


1)      Seit wann lebst du in Deutschland?

 

Seit Sommer 2006, ich hatte aber zuvor (2002-2003) schon ein Jahr lang hier gelebt bzw. an einer Schule gearbeitet.

 

2)      Was gefällt dir hier besonders?

 

Das Dorf, in dem ich lebe, mein Job an der Uni sowie…
Maultaschen und Schnitzel :)
 !

 

3)      Was vermisst du an Frankreich?

 

Selbstverständlich meine Freunde und meine Familie, vor allem meine beiden kleinen Neffen, die ich nicht so oft sehe, wie ich es gerne hätte … und die Supermärkte …

 

4)      Was ist für dich das Schwierigste an der deutschen Sprache?

 

Ohne Zweifel das „h“ am Anfang eines Wortes: Noch heute übe ich mehrmals, bevor ich im Café eine „Heiße Schokolade“ bestelle! ;-)

 

5)      Hast du in deiner ersten Zeit in Deutschland mal etwas Witziges erlebt aufgrund von sprachlichen Missverständnissen?

 

Bei einem meiner ersten Besuche bei einem Amt hatte ich mich bemüht, mich sprachlich so genau wie möglich zu äußern, sogar meinen Satz und vor allem die Aussprache vorher geübt. Gleich nachdem ich diesen gesagt hatte, fragte mich der Mitarbeiter mit einem Lächeln: „Aus welcher Region Frankreichs kommen Sie denn?“

 

6)      Du hast schon viele Krimis für den Circon Verlag geschrieben. Liest du auch privat gerne Kriminalromane?

 

Oh ja! Ich würde fast sagen, dass ich im Krimi denke, lebe und sogar atme! Ich hatte auch vorher in Frankreich schon Krimis geschrieben, aber auch über Kriminalliteratur mehrere Forschungsarbeiten geschrieben und auch promoviert. Und Krimis sind immer noch Hauptbestandteil meiner Autoren- und Forschungstätigkeit.

 

7)      Wie gehst du vor, wenn du einen Krimi oder eine Lektüre schreibst. Woher kommen deine Ideen?

 

Wenn man schreibt, erfindet man aus meiner Sicht und zum Gegenteil zu dem, was man oft hört, nur wenig. Vielmehr beobachtet man Details, ob an einem bestimmten Ort oder an den Personen, denen man begegnet. Der kreative Teil besteht darin – bewusst oder unbewusst – neue Welten zu erfinden. Kurz gesagt mische ich oft Orte, die mir gefallen (haben) mit (realen oder erfundenen) physischen oder charakterlichen Merkmalen von verschiedenen Personen, die ich gesehen habe bzw. hatte. Als Autor macht man oft reale Personen zu Figuren, indem man sie anpasst, ihnen Charakterzüge hinzufügt, ihnen eine spannende Vergangenheit „andichtet“ usw.

 

8)      Wenn du eine Figur aus einem deiner Krimis wärst, wäre es einer der Ermittler oder einer der Bösewichte?

 

Vor einigen Jahren hätte ich ganz bestimmt „Ermittler“ geantwortet, aber ich bin immer mehr der Meinung, dass es keine klare Trennung zwischen „den Guten“ und „den Bösen“ gibt. In den Krimis, die ich lese oder anschaue, mag ich am liebsten Ermittlerfiguren mit negativen Charakterzügen oder Täter mit menschlichen Seiten oder Beweggründen.

 

9)      Welchen Tipp kannst du den Lesern geben: Wie ergibt sich der größte Lerneffekt mit den Lernkrimis?

 

Aus meiner Sicht ergibt sich der größte Lerneffekt aus der Suche nach der Identität des Täters, zu der man beim Lesen motiviert wird, und die die eventuellen sprachlichen Schwierigkeiten doch als zweitrangig erscheinen lässt. Wenn man herausfinden möchte, wer der Täter ist, setzt man alle (sprachlichen) Mittel ein, genau wie ein Ermittler!

 

10)      Wann fährst du das nächste Mal nach Frankreich und wohin?

 

In ein paar Tagen fahre ich nach Südfrankreich, nach Cannes um genau zu sein, zu den LXVII. internationalen Filmfestspielen mit 50 meiner Studierenden aus der Universität im Rahmen eines Filmprojekts. Wir werden uns Filme anschauen, einen Schauspieler interviewen und nicht zuletzt die Küste und das provenzalische Hinterland entdecken. Ganz bestimmt fallen mir auch dabei Ideen für meinen nächsten Lernkrimi ein! 

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